Text 1: "Gummiringerl, skulpturale Alltagsgegenstände mit Potential"

Mein Interesse an Stillleben manifestiert sich im Aufspüren von formalen und
ästhetischen Besonderheiten von Sujets, die im Allgemeinen als unbedeutend
oder nebensächlich angesehen werden.
Die Bewertung eines Gegenstands nach seinem Nutzen versperrt uns oft den
Blick auf dessen Schönheit. Dies aufzubrechen ist der Kern meiner Arbeiten. So
wird zum Beispiel ein Gummiringerl, zu einer spannenden Skulptur
- aufregend verschlungen, elegant, sich aufbäumend - und bekommt durch die
Inszenierung im Bild eine emotionale aber auch eine narrative Komponente.


Text 2: "Eingeweide, über die farbliche und formale Ästhetik vom Innersten"

Mit der Ästhetik der Form und der Kraft der Farbe von Innereien, deren Natürlichkeit
sich mittlerweile die zivilisierte Gesellschaft vor allem in den Städten entzogen hat,
beschäftigt sich die Künstlerin seit längerer Zeit. Den inneren Kern der Erscheinungs-
form so herauszufiltern, dass nicht das Objekt an sich, sondern dessen ästhetische
Präsenz die erste Aufmerksamkeit des Betrachters nach sich zieht, rückte dabei mit der
Zeit immer mehr in den Vordergrund des künstlerischen Bestrebens. Gesellschaftlich
vorgeformte Meinungen sollen durch das unmittelbare Erkennen der Innereien in den
Bildern erst gar nicht aktiviert werden. Daher wird im künstlerischen Prozess die
gegenständliche Darstellung immer mehr verlassen und bewegt sich an der Schnittstelle
zu einer abstrakten Darstellung, unter Bedachtnahme die ursprüngliche Ästhetik des
Objektes beizubehalten, und sie damit auch für das ungeschulte Auge unverstellt sichtbar
zu machen. Die dem Erkennen des Motivs folgende Ablehnung ist daher erstmals
hintangestellt. Aus diesem Grund werden für die Bildtitel die Tiernamen benannt
und nicht die inneren Organe selbst.


Text 3: Gravity

In den Bildern dieser Serie spürt der Schwerkraft des menschlichen Körpers
nach. Wie wirkt sich diese auf den Körper aus, der auf verschiedenen Objekten und
Materialen positioniert ist? ( hart + kantig /weich + nass / rund + schwer /
hart + schwebend usw.)


Text 4: Silence Within

Nicht die Intimität des Augenblickes wird thematisiert, sondern die innere Ruhe
dieses Momentes, eine Kraft, die aus der Verhaltenheit der Person heraus entsteht
und auf diese Weise spürbar wird.


Text 5: TV-Moments

Aus medialen Bilderabfolgen werden Ausschnitte von TV-Sendungen erfasst, deren
Ästhetik im Fernsehen aufgrund des Überflusses an Bildern eigentlich kaum mehr
wahrgenommen wird. Herausgelöst aus dieser Bilderflut stellen diese Einzelbilder
selbständige Sujets dar. Es wird Ihnen eine Singularität angeeignet, die sie im
Filmabspann selbst nicht haben.
In einen unbewegten Zustand versetzt, offenbaren sie sich dem Betrachter ohne
sofort wieder dem Bewusstsein des Zusehers entzogen zu werden, wie dies beim
Fernsehen der Fall ist.


Statement der Künstlerin aus dem Jahr 2014

„Die Liebe zur Kunst beginnt mit der Liebe zur Natur.
Das Grün der Bäume, der Duft der Nadeln, das Rascheln im Laub.
So kann man dann auch den warmen Lichtstrahl der Abendsonne,
der ins Bild fällt spüren, die Magie eines zeitlosen Augenblicks wahrnehmen.
Die Versunkenheit in einen Gedanken des Porträtierten erfüllt einen mit Ruhe.
Und mit der Zeit sieht man dann auch in den kleinen Dingen des Alltags mehr und mehr,
die Schönheit der Farben und die Harmonie der Formen,
die Welt wird größer und schöner je länger man malt.
Täglich neue Dinge wahrzunehmen, die man gestern noch nicht gesehen hat,
ist ein spannender und beglückender Zustand für mich.“
(©Birgit Lock)